Forschungs-App MedTag

Softwaresystem zur Analyse von Medientagebüchern

MedTag ist ein Softwaresystem zur Erfassung, Auswertung und Visualisierung teilstandardisierter Medientagebuchdaten.

Dabei dient die MedTag-App zur digitalen Dokumentation der Mediennutzung per Smartphone. Mit MedTag-Analyze steht eine browser-basierte Plattform zur Verfügung, auf der diese Daten dann tiefergehend analysiert und zueinander in Beziehung gesetzt werden können. Damit ermöglicht MedTag-Analyze schließlich eine grafische Darstellung der kontextualisierten Mediennutzungsdaten im Zeitverlauf.

Das Grundprinzip des Medientagebuchs liegt darin begründet, Medienaneignung in ihrer Vielfalt in einem bestimmten Zeitraum zu erfassen und sichtbar zu machen. Dazu werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Beobachtung und Dokumentation ihrer eigenen Praktiken medienvermittelter Kommunikation angeregt. Neben den basalen zeitlichen und medienbezogenen Daten, die Aufschluss darüber geben, wann welche Medien genutzt werden, können je nach Bedarf zusätzliche Kontextinformationen z. B. hinsichtlich spezifischer räumlicher, personeller oder inhaltlicher Aspekte miterhoben werden. Die eingegebenen Daten können im Anschluss analytisch aufbereitet und visualisiert werden. Als Resultat lassen sich Medienaneignungsprozesse im Verlauf abbilden, wodurch die Muster kommunikativer Vernetzung sichtbar werden.

Ziel von MedTag ist es, als ein Softwaresystem die qualitative Netzwerkanalyse zu unterstützen. Dabei fügt sich MedTag in die folgenden methodischen Überlegungen ein:

  • Hasebrink, U. / Hepp, A. (2017): How to research cross-media practices? Investigating media repertoires and media ensembles. In: Convergence: The International Journal of Research into New Media Technologies, First published date: April-07-2017, doi:10.1177/1354856517700384.
  • Hepp, Andreas/Roitsch, Cindy/Berg, Matthias (2017): Kontextualisierte Kommunikationsnetzwerkanalyse: Qualitative Netzwerkanalyse in der Kommunikations- und Medienforschung am Beispiel der mediatisierten Vergemeinschaftungshorizonte junger Menschen. In: Hollstein, Betina/Straus, Florian (Hsg.): Qualitative Netzwerkanalyse: Konzepte, Methoden, Anwendungen. 2. Auflage. Wiesbaden: Springer VS, im Erscheinen.
  • Hepp, Andreas/Roitsch, Cindy/Berg, Matthias (2016): Investigating communication networks contextually: Qualitative network analysis as cross-media research. In: MedieKultur 32(60), 87-106.
  • Hepp, Andreas/Berg, Matthias/Roitsch, Cindy (2014): Mediatisierte Welten der Vergemeinschaftung: Kommunikative Vernetzung und das Gemeinschaftsleben junger Menschen. Wiesbaden: Springer VS.
  • Berg, Matthias/Düvel, Caroline (2012): Qualitative media diaries: An instrument for doing research from a mobile media ethnographic perspective. In: Interactions: Studies in Communication & Culture, 3 (1), S. 71-89.
  • Hepp, Andreas (2011a): Netzwerke, Kultur und Medientechnologie: Möglichkeiten einer kontextualisierten Netzkulturforschung. In: Hartmann, Maren/Wimmer, Jeffrey (Hrsg.): Digitale Medientechnologien. Wiesba-den: VS, S. 53-74.34.
  • Hepp, Andreas (2011b): Kommunikationsnetzwerke und kulturelle Verdichtungen: Theoretische und metho-dologische Überlegungen. In: Fuhse, Jan/Stegbauer, Christian (Hrsg.): Kultur und mediale Kommunikation in sozialen Netzwerken. Wiesbaden: VS, S. 13-29.
  • Hepp, Andreas/Berg, Matthias/Roitsch, Cindy (2011c): Mono-thematic and multi-thematic horizons of mediatized communitization: patterns of communicative networking and mediated belonging. In: Studies in Communication and Media, 1 (2), S. 3-34.