Pädagogische Online-Förderdiagnostik für erwachsene funktionale Analphabeten mit berufsfeldbezogenen Inhalten (otu.lea)

Leitung: Prof. Dr. Karsten D. Wolf

ZeMKI-Lab "Medienbildung und Bildungsmedien"

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

In Deutschland leben ca. 7,5 Millionen Funktionale AnalphabetInnen und ca. 20 Prozent der 15-Jährigen liegen laut PISA auf bzw. unter Level 1. "otu.lea" ist eine Online-Testumgebung für Funktionale AnalphabetInnen sowie Lehrende in Alphabetisierungskursen und wird im Rahmen des lea.-Projektes (Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften) entwickelt.

Der Forschungsverbund lea. bestand aus fünf Teilprojekten, einer Verbundleitung sowie KooperationspartnerInnen aus dem Praxisfeld. Das Projekt wurde zwischen 2008 und 2011 durchgeführt. Das lea.-Projekt hat ein mehrdimensionales und hierarchisches Kompetenzmodell für Erwachsene mit äußerst niedrigen Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten entwickelt. Darauf aufbauend wurde ein förderdiagnostisches Kompetenzmessungsverfahren (lea.) erstellt und empirisch validiert. Mit diesem lässt sich einerseits feststellen, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind (Stärkenorientierung) und andererseits, welche Kompetenzen noch aufgebaut oder gefördert werden müssen. Zudem können individuelle Fördermaßnahmen abgeleitet werden. Das förderdiagnostische Kompetenzmessverfahren ist in die Online-Testumgebung otu.lea implementiert.

Aufgrund der Zielgruppe sind die EntwicklerInnen von otu.lea vor besondere Herausforderungen gestellt. Zu berücksichtigen ist, dass Funktionale AnalphabetInnen eine tendenziell niedrige ICT-Literacy aufweisen. Das bedeutet, sie sind den Umgang mit Computern sowie mit neuen Technologien wenig gewohnt und bedürfen besonderer Unterstützung, um bei einem computerbasierten Test auch ohne fremde Hilfe nicht einen Nachteil aufgrund ihrer niedrigen ICT-Literacy zu haben. In otu.lea werden daher innovative multimediale Itemformate und Unterstützungsfunktionen eingebunden. Dies sind z.B. Audiofiles, (arbeits- und lebensweltbezogene) Videos, Animationen und sogenannte cues, welche z.B. die Orientierung durch Animation eines Buttons erleichtern. Der Einsatz dieser Itemformate und Unterstützungsfunktionen ist für jegliche Personen mit einer tendenziell niedrigen ICT-Literacy denkbar.

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