Einfluss von Information und Kommunikation zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Personenverkehr

In Deutschland werden im öffentlichen Personenverkehr (ÖPV) jährlich rund 10 Milliarden Fahrgäste transportiert. Die Reisenden erwarten sowohl in den Fahrzeugen als auch an Haltestellen und in den Bahnhöfen ein hohes Niveau an Sicherheit. Die von den Fahrgästen empfundene subjektive Sicherheit ist aber nur bedingt von der objektiven Sicherheit abhängig, die im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln und Lebenssituationen nach wie vor hoch ist. Diese Diskrepanz zwischen tatsächlicher und wahrgenommener Sicherheit wird unter anderem durch die Medienberichterstattung über Unfälle, Gewalttaten und jüngst auch Attentate beeinflusst. Für die wahrgenommene Sicherheit sind aber auch die verschiedenen Informations- und Kommunikationsmaßnahmen der Betreiber von Interesse, sowie das Kommunikationsverhalten der Fahrgäste während der Fahrt.

Aufgrund der zunehmenden Relevanz von Medien und kommunikativen Maßnahmen für das Sicherheitsempfinden wird unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas N. Friemel in den nächsten drei Jahren ein Projekt zum „Einfluss von Information und Kommunikation zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Personenverkehr“ durchgeführt. Das Ziel des Projekts ist es, den Status quo der Sicherheitskommunikation zu analysieren, Optimierungspotential seitens der ÖPV-Anbieter zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen für wirtschaftlich angemessene Maßnahmen zu entwickeln.

Das Projekt am ZeMKI ist ein Teilvorhaben des Verbundprojekts „Wirtschaftlichkeit von Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Personenverkehr“ (WiSima), an dem neben dem ZeMKI, die Freie Universität Berlin, die Technische Hochschule Wildau, das Fraunhofer-Institut (FOKUS) und die Deutsche Bahn AG beteiligt sind. Das Forschungsprojekt wird im Rahmen des Programms „Zivile Sicherheit – Neue ökonomische Aspekte“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Summe von 264.000 Euro gefördert.